Reisebericht aus Bali – Batursee Teil 2

Ausflug nach Ubud:

Nach einigen erholsamen Tagen am Strand sollte es nach Ubud gehen. Ich hatte schon einiges darüber gelesen und erfahren, dass der Ort als das künstlerische Zentrum Balis gilt. Der Guide, den wir im Restaurant neben dem Hotel kennen gelernt hatten, holte uns pünktlich ab und dann ging es los über Amlapura, Candi Dasa und Klungkung. Je weiter wir ins Inselinnere gelangten, desto vielfältiger wurde die Landschaft.
Nach den herrlichen Reisterrassen sahen wir hohe Bananenstauden und zahlreiche Palmen. Dass wir in die Nähe Ubuds kamen, merkten wir schon an den vielen Schnitzereien und kunsthandwerklichen Werkstätten. Im Ort angekommen, haben wir erst mal ein wenig auf dem Markt gestöbert. Dann haben wir einen Bummel durch die Stadt gemacht. Obwohl wir es etwas rummelig fanden, waren die vielen Ateliers und Kunsthandlungen schon interessant. Kunstinteressierte können hier sicherlich mehrere Tage verbringen! Wir haben uns dann noch den Fürstenpalast Puri Saren angesehen, dann wollten wir weiter zum Affenwald.

Am Eingang war auch hier etwas Betrieb mit Ständen und Händlern, das ist halt überall so, wo Touristen hinkommen. Die Affen waren ganz lustig, es waren viele Affenkinder zu sehen. Aber echt sehenswert fanden wir den riesige Banyan-Baum im Zentrum des Waldes. Es gab natürlich auch einen kleinen Tempel und einen Badeplatz mit einer heiligen Quelle.
Als nächstes hatten wir dann die Elefantenhöhle Goa Gajah auf unserem Programm, die nicht allzu weit von Ubud entfernt liegt. Es ging einige Stufen hinunter und wir konnten im Eingangsbereich vor der Höhle den Wasserplatz mit seinen schönen Skulpturen bewundern. Am Eingang empfing uns ein uriges Steinmonster, innen konnten wir eine Statue von Ganesha, dem Elefantengott, sehen. Uns wurde erzählt, dass sich in früheren Zeiten die Mönche in die Höhle zum Meditieren zurückzogen, ein Ort der Andacht.

Auf dem Rückweg wollten wir uns noch in Klungkung den Königspalast Taman Gili anschauen. Er liegt im Zentrum der Stadt, gleich gegenüber befand sich ein großer Parkplatz. Es war viel Verkehr und es war für uns etwas abenteuerlich, die andere Straßenseite zu erreichen. In der Anlage konnten wir die Gerichtshalle mit ihren wunderschönen Deckenmalereien bewundern. Da hätte man Stunden verweilen können, um alle Details zu betrachten.
Es gab auch noch verschiedene Pavillons mit Lotusteichen zu sehen. Somit bekamen wir einen kleinen Einblick in die Vergangenheit Klungkungs, das auch als Semarapura bekannt ist. Während der Weiterfahrt nach Amed konnten wir viele Zeremonien sehen. Unser Guide erklärte uns, dass es meistens Verbrennungszeremonien sind, das ist hier ein farbenprächtiges Fest.

Auch nach dieser Fahrt waren wir wieder voller Eindrücke, die wir erst mal verarbeiten mussten. Den Abend verbrachten wir im Hotelrestaurant, das Essen fanden wir sehr gut und es hatte eine schöne Atmosphäre. Die nächsten Tage waren mit Strand und Schnorcheln ausgefüllt oder bummelten durch den Ort. Wir entdeckten einen Warung, der direkt am Meer lag. Wir gingen auch mal gerne am späten Nachmittag dort hin, denn uns bot sich ein traumhafter Blick auf den Gunung Agung.

Ausflug nach Batursee:

Der nächste Ausflug sollte uns zum Batursee führen. Auch darüber hatte ich schon einiges gelesen und war gespannt auf die landschaftlichen Schönheiten. Auf dem Weg dort hin liegt Besakih, die größte Tempelanlage der Insel. Wir fuhren durch ein festlich geschmücktes Dorf und unser Fahrer erklärte uns, dass am Vortag eine Zeremonie stattgefunden hätte. Er hielt an, damit wir uns den Festplatz aus der Nähe anschauen konnten. Dann erzählte er uns, dass es eine Verbrennungszeremonie gewesen, sei an der rund 500 Personen teilgenommen hätten. Die Religion bestimmt das Leben der Balinesen, auf der Insel gibt es die größte hinduistische Gemeinschaft außerhalb Indiens. Feste und Rituale spielen eine bedeutende Rolle, nach dem balinesichen Glauben ist der Tod nicht das Ende, sondern ein Anfang. Somit ist die Verbrennungszeremonie das wichtigste aller Feste für die Menschen auf Bali.

Dann erreichten wir Besakih, wo wir uns die größte Tempelanlage Balis ansehen wollten. Es handelt sich sozusagen um den Muttertempel aller balinesicher Tempel und für die Menschen auf der Insel ist er das bedeutendste Heiligtum. Ein Guide kam gleich auf uns zu, wir bekamen noch die üblichen Sarongs und es konnte losgehen. Die gesamte Anlage war beeindruckend!
Es ging zunächst etwas bergan zum Pura Panataran Agung, das ist der große Staatstempel und er ist Shiva geweiht. Zusammen mit seinen Nachbartempeln Pura Batu Madeg und Pura Kiduling Kreteg bildet er die göttliche Dreieinigkeit Trimurti. Dann teilt sich der Weg, es ging noch höher hinauf und der Ausblick war einmalig schön.

Wir sollten an diesem Tag noch viele herrliche Ausblicke erhalten, denn es ging weiter zum Batursee. Die Landschaft beeindruckte uns immer wieder, in dieser Gegend wurde sehr viel Gemüse und Obst angebaut. Der Guide erklärte uns, dass dort auch die Salakfrüchte wachsen, die wir schon in Amlapura auf dem Markt probiert hatten. Er hielt an einem der Straßenstände an, damit wir uns Früchte kaufen konnten.
Während der Weiterfahrt fiel uns auf, dass sich die Landschaft schon wieder mit einem anderen Bild zeigte und wir sahen Bambussträucher und Palmen. Wir näherten uns dem Gunung Batur und sahen viele Steinmetzbetriebe, die das Lavagestein verarbeiten. Der Gunung Batur gehört auch zu den tätigen Vulkanen Balis.

An einem besonders schönen Aussichtspunkt konnten wir anhalten und fotografieren. Der Blick auf den See war traumhaft schön! Bei der Weiterfahrt durchquerten wir kleine Dörfer und konnten immer wieder den See mit dem Vulkan im Hintergrund bestaunen. Imposant fanden wir auch die gigantischen Lavafelder, ein Zeugnis für eine rege Tätigkeit des Vulkans.
Die Strecke zog sich rund um den See, in Penelokan konnten wir noch eine besonders schöne Aussicht genießen. Tief unter uns lag der See mit seinen Booten und den kleinen Dörfchen. Zum Mittagessen brachte uns der Guide in ein Restaurant mit Blick auf den See. Danach ging es zurück nach Amed in unser Hotel mit vielen Eindrücken von einer ganz anderen Seite Balis.

Ausflug nach Tenganan:

Der nächste Ausflug sollte uns in eine völlig andere Welt entführen. Wir wollten das Bali-Dorf Tenganan besuchen. Dabei handelt es sich um eine strenge, konservative Gemeinschaft. So durften bis in die 60er Jahren ausländische Besucher nur mit einer Sondergenehmigung in das Dorf, das sieht heutzutage anders aus, das Dorf ist Besuchern zugänglich. Es ist den Bewohnern allerdings nicht erlaubt, jemanden aus einem anderen Dorf zu heiraten. In dem Fall muss er das Dorf verlassen. Das gesamte Dorfleben ist alten Regeln unterworfen und die Menschen haben noch Achtung vor ihren Traditionen.
Das Dorf Tengangan ist berühmt für seine Korbwaren und Textilien. Wir hatten auch Gelegenheit, bei der Herstellung zuzuschauen. In getrocknete Palmblätter wurden besondere Zeichen eingeritzt, dann wurde das Ganze eingefärbt und mit Bambusrohren zusammengefasst. Diese Art der Palmblatt-Manuskripte hat eine lange Tradition, so können ganze Geschichten aufgezeichnet werden. Bei dem Rundgang durch das Dorf konnten wir den Marktplatz, den Tempel und die Versammlungshalle sehen.

Dann ging es weiter zu der Fledermaushöhle Goa Lawah. Wir hatten großes Glück, im Tempel vor der Höhle fand eine Zeremonie statt. Wir bekamen den üblichen Sarong und durften dann hineingehen. Unser Guide sagte auch, dass wir fotografieren dürften. Es war mehr als beeindruckend, alles war wunderschön geschmückt. Nach diesem Erlebnis fuhren wir weiter nach Padang Bai, dort wollten wir in der Blue Lagoon schnorcheln. Eine war eine schöne Sandbucht und wir fanden es echt toll, mal wieder durch Sand zu laufen, denn in Amed ist der Strand steinig. Leider war es etwas wellig, zum Schnorcheln nicht gerade optimal. Aber zum Schwimmen fanden wir es sehr schön!
Dann sind wir durch den Ort gebummelt, Padang Bai hat uns gut gefallen. Die Bucht mit den vielen Booten bietet ein hübsches Bild. Wir fanden es auch nicht so sehr touristisch wie Candi Dasa, das wir uns auf der Rückfahrt noch kurz angeschaut haben. Hier hat uns besonders der Strand enttäuscht. Dann ging es wieder an den Reisterassen vorbei nach Amed, wo wir die letzten Tage mit Faulenzen und Schnorcheln verbrachten.

Es hieß Abschied nehmen vom Hotel und von Amed, der Fahrer des Hotels brachte uns nach Kuta, wo wir die letzte Übernachtung gebucht hatten. Unser Flieger startete morgens um 9.15 Uhr, da hätten wir sonst mitten in der Nacht losfahren müssen. Wir fanden es so angenehmer und verbrachten einen entspannten letzten Urlaubstag.

Bali war einfach traumhaft!

Falls Sie verpasst haben, hier geht es direkt zum: Reisebericht aus Bali – Amed Teil I.